Herren: SCF - SG Süd/Blumenau II 22:22 (14:11)

Da schau her, der SCF kann doch noch punkten! In einer buchstäblich bis zur letzten Sekunde spannenden Partie trennten sich die Freimanner Herren vom bis dato verlustpunktfreien Tabellenzweiten aus dem Süden unentschieden 22:22. Und obwohl der Ausgleich für die Gäste erst nach Ablauf der Spielzeit durch einen strittigen Siebenmeter fiel, war das vorherrschende Gefühl auf Seiten der Gastgeber letztlich Erleichterung - weniger über das Ergebnis selbst als über die Art und Weise, wie es nach dem zuvor völlig vergeigten Saisonstart mit drei Niederlagen in Folge zustande gekommen war.

Nachdem in der vergangenen Saison die Ernüchterung erst am 4. Spieltag Einzug hielt, wollte man dieses Mal offenbar keine unnützen Spekulationen über den Verbleib in der Hammelklasse aufkommen lassen. Mit drei zum Teil grausamen Niederlagen gegen die PSV-Zweite (16:17, in Worten: sechzehn zu siebzehn!), die Truderinger Alten Hasen (16:25, sechzehn!) sowie auswärts bei den ambitionierten Garchingern (24:34, schicke Sporthalle!) hatte sich der SCF selbst eine Ausgangslage geschaffen, aus der heraus man gegen jeden Gegner befreit auspielen kann.

Genau das taten die Hausherren gegen die SG Süd/Blumenau dann auch. In einer Partie, in der es munter hin und her ging und die Führung immer wieder wechselte, konnte sich keine der beiden Mannschaften vorentscheidend absetzen. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit zogen die Gastgeber leicht mit drei Toren davon. Mit 14:11 ging es in die Pause.

Mit einer engagierten Abwehrleistung und einem hervorragend haltenden Jörg Eggers im Tor hielt man nach Wiederanpfiff zunächst den erwartet druckvollen Angriffen der Südler gut stand. Die Vorgabe, über die erste Welle den leichten Torerfolg zu suchen und ansonsten die Angriffe geduldig und mit Tempowechseln auszuspielen, wurde über weite Strecken gut umgesetzt. Dass es beim 19:19 trotzdem zum Ausgleich und in der Folge sogar zu zwei Gästeführungen (19:20, 20:21) kam, ist zum wiederholten Mal der Nachlässigkeit vor dem Tor zuzuschreiben - sowie dem Gästekeeper, der ebenfalls blendend aufgelegt war.

In der hektischen Schlussphase, in der beide Mannschaften reihenweise Chancen zur Entscheidung liegen ließen, drehten die Freimanner das Spiel trotz offener Gästedeckung erneut zu ihren Gunsten und hatten beim Stand von 22:21 20 Sekunden vor Ablauf der Spielzeit den Ball.

Nun wäre der SCF nicht der SCF, wenn das für einen doppelten Punktgewinn gereicht hätte. Statt die Pille unter dem Trikot zu verstecken und sich zur Not gemütlich zwei Mal festmachen zu lassen, suchten die Gastgeber hastig den alles entscheidenden Hurra-Erfolg. Der Ball überquerte auch die Linie - allerdings die, die das Spielfeld seitlich begrenzt.

Es kam, was kommen musste: die Gäste waren knapp 10 Sekunden vor Ende nochmal in Ballbesitz - und machten eigentlich ihrerseits alles verkehrt, was man verkehrt machen kann. Statt mit zwei, drei schnellen Pässen einen Schützen freizuspielen, versuchten sie es mit einer Wühlaktion gegen drei Abwehrspieler durch die Mitte. Nach zwei freiwurf- und zeitstrafenwürdigen Abwehraktionen zwischen 12 und 8 Metern sowie mindestens sechs Schritten und der Schlusssirene entschied der ansonsten weitgehend tadellose Unparteiische dann zur Überraschung aller Anwesenden auf Strafwurf. An den brachte Jörg "Hexer" Eggers zwar noch seinen unendlich langen rechten Haxen, konnte ihn aber nicht entscheidend ablenken.

Über diese reichlich liebevolle Entscheidung zu Gunsten der Gäste zum Schluss zu lamentieren, ist gleichwohl nicht angezeigt. Wo Menschen handeln, werden Fehler gemacht. Und wer nicht in der Lage ist, 20 Sekunden herunter zu spielen, muss mit einem Punkt zufrieden sein - ein Ergebnis zudem, das bei Betrachtung des gesamten Spiels absolut gerecht erscheint.