Spielbericht vom Andi:
Der Duft von längst vergangenen ruhmreichen Tagen umwehte uns, als wir am Samstag den 12. November die Gebrüder-Apfelbeck-Halle betraten, um unser Spiel gegen die dritte Mannschaft des TSV Milbertshofen auszutragen. Das lag nicht nur an der glorreichen Vergangenheit – wie vielleicht nicht unbedingt allen bekannt ist spielte der TSV bis 1993 in der Handball-Bundesliga – sondern auch am ungewöhnlichen und desto erfreulicheren Anblick zweier junger Schiedsrichter, die das anstehende Spiel zu leiten gedachten.
Vom einst so hochklassigen Handball ist heutzutage nicht mehr allzu viel zu spüren. Die Dritte von Mil dümpelt schon längere Zeit auf den hinteren Tabellenplätzen der Bezirksklasse 2 herum und so war das klar ausgegebene Ziel an diesem Spieltag, dass neben dem obligatorischen Sieg auch ein ordentlicher Torevorsprung unsere Tabellenplatzierung ein wenig aufpolieren sollte. Gesegnet mit einem fast vollen Kader und einem ganzen Haufen an Mannschaftsverantwortlichen wollten wir schon von Anfang an die Sache in trockene Tücher wickeln und das Spiel nicht unnötig spannend machen. Gesagt, getan: nachdem in den ersten Minuten noch hüben wie drüben abwechselnd Tore fielen, wurde durch eine angezogene Agressivität in der Deckung und eine gesteigerte Torwartleistung schnell ein ordentlicher Vorsprung herausgespielt. Die Gegenwehr war allerdings auch nicht sehr groß, vor allem das Rückzugsverhalten der Milbertshofener grenzte teilweise an Arbeitsverweigerung. Auch mit der ständigen Kritik an den Entscheidungen des auf weiten Strecken souverän agierenden Schiedsrichtergespanns taten sie sich selbst keinen Gefallen und so wuchs der Vorsprung bis zur Pause auf satte 10 Tore an (7:17). Erwähnenswert sind aus der ersten Hälfte noch zwei Dinge: zum einen gelang es Frank „the Tank“ tatsächlich, einen Schnellangriff nach Ballverlust OHNE den obligatorischen Hopser abzuschließen, erstaunlich was bei Androhung der Todesstrafe (Zitat: „FRANK! Wenn du nochmal so nen Hopser machst, DANN REISS ICH DIR DEN KOPF AB!“) alles möglich ist. Zum anderen war die Torwartleistung wie erwähnt nach einer kurzen Schwächephase zu Beginn ausgezeichnet, inklusive einiger sensationeller Steilpässe. Hier gebührt dem Stevie, der sonst oft gegen Jörg „Titan“ Eggers den Kürzeren zieht, alle Ehre!
Motiviert durch den erfolgreichen ersten Durchgang wollten wir in Hälfte zwei mit der selben Einstellung an die Sache herangehen wie in Hälfte eins. Leider ist uns das nur teilweise gelungen. Nach einem ordentlichen Start schwanden Konzentration und Einsatzwille kontinuierlich dahin. Vor allem aufgrund einer allzu statisch und unmotiviert agierenden Abwehr, sowie viel zu vielen vertändelten Bällen im Angriff, erlaubten wir dem Gegner in der zweiten Hälfte dran zu bleiben. Im Endeffekt bescherte uns dieser Einbruch nach guter alter Freimanner Tradition einen zwar verdienten Sieg, der aber im Ergebnis um Einiges höher hätte ausfallen müssen. Ich glaube noch selten hat mich etwas so geärgert wie die vollkommen richtige Feststellung eines Milbertshofeners beim Handshake nach dem Spiel: „Naja, wenigstens haben wir die zweite Hälfte gewonnen.“ Das gilt es in Zukunft zu vermeiden!