Mit einem über weite Strecken holprigen Arbeitssieg bei der HSG West beschlossen die SCF-Herren am Wochenende die Hinrunde der Saison und zugleich das Pflichtspieljahr 2011.
In der Theorie sah vor dem Spiel alles ganz übersichtlich aus: Die Geschwindigkeitsvorteile wollte man ausspielen und die höhere individuelle Gefahr aus dem Rückraum. Anbrennen sollte jedenfalls nichts. Und für rund 10 Minuten sah auch alles danach aus, als könne der Plan auf der Platte umgesetzt werden. Da stand es 1:7, und die Gastgeber sahen sich genötigt, ihre Auszeit zu nehmen.
Der Zeitpunkt dafür war offenbar richtig gewählt, denn während sich die HSG anschließend ins Spiel biss, ging auf Seiten der Freimanner fortan wenig zusammen. Es wurde zunehmend überhastet der Abschluss gesucht (und immer seltener gefunden), und man ließ den Respekt vorm Gegner vermissen. In einer ansonsten über weite Strecken stabilen Abwehr bekam man zudem den starken Kreisläufer sowie den nach Belieben aus allen Winkeln treffenden Linksaußen der HSG nicht in den Griff. Beim Stand von 10:14 pfiff der Schiedsrichter zum Pausentee.
In der zweiten Halbzeit war es dann ein Spiel auf Augenhöhe, in dem es dem SCF trotz einiger sehenswerter Aktionen nicht mehr gelang, ein mehr als vier Tore dickes Polster heraus zu spielen. Zeitweise hatten sich die Gastgeber gar bis auf ein Tor herangeschlichen. Es wäre womöglich mehr für sie drin gewesen, wenn sie nicht so oft mit den Entscheidungen des Unparteiischen gehadert hätten. Dabei konnten sie in mindestens einer Situation gar dankbar sein, als der Schiedsrichter Fingerspitzengefühl bewies und den Satz "Ach hör' doch auf, Du G'sicht!" wohlwollend überhörte.
Ob tatsächlich oder nur gefühlt benachteiligt, durch unnötige Zeitstrafen wegen Meckerns selbstverschuldet geschwächt oder nicht - am Ende fehlte der HSG der entscheidende Punch, der nötig gewesen wäre, das Spiel zu drehen. Zweieinhalb Minuten vor Ende der Spielzeit war beim Stand von 22:25 der Drops gelutscht. Dass danach noch zwei Bälle unnötig weggeworfen wurden, die vom Gegner auch prompt in Torerfolge umgemünzt wurden, taugt nur mehr als Randnotiz.
Deutlich erwähnenswerter war das Debüt von "Conschti" Rieß im SCF-Trikot. Mit nur einer Trainingseinheit Vorbereitung machte er am Kreis und in der Deckung ein beachtliches Spiel und belohnte sich selbst mit sieben Treffern - Spitzenwert an diesem achten Spieltag. Ferner bleibt festzuhalten, dass der schwarze Trikotsatz für den aktuellen Kader deutlich zu knapp bemessen ist. Christoph "Woddapähs" Barkhausen im umgekrempelten Schalke-T-Shirt spielen zu lassen, kann einfach keine Dauerlösung sein.
Besonderer Dank des Trainers soll außerdem denen gelten, die wegen des hektischen Spielverlaufs nicht oder nur wenig zum Einsatz gekommen sind, dem nach wie vor nicht spielberechtigten Danish Dynamite, vereinzelt erschienenen Zuschauern - sowie dem Holland-Sepp ("…ein Trullala, Trullala, Trullalaaa!"), der zum wiederholten Mal freiwillig seinen Mann am Zeitnehmertisch stand. Reschpeckt!